Zuckerersatzstoffe – Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe

Als Zuckerersatzstoffe bezeichnet man Stoffe, die statt Zucker zum Süßen verwendet werden können.

Süßstoffe

Es gibt zwei große Gruppen: Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe.

 
Süßstoffe: Zuckeraustauschstoffe:  
  • Acesulfam (E950)
  • Aspartam (E951)
  • Cyclamat (E952)
  • Neohesperidin DC (E959)
  • Saccharin (E954)
  • Thaumatin (E957)
  • Sorbit (E420)
  • Mannit (E421)
  • Isomalt (E953)
  • Xylit (E976)
  • Maltit (E965)
  • Laktit (E966)

Sie beeinflussen  im Vergleich zu Zucker den Insulinspiegel im menschlichen Organismus gar nicht (Süßstoffe) oder nur wenig (Zuckeraustauschstoffe).

Süßstoffe haben im Vergleich zu Zuckeraustauschstoffen kaum Kalorien.
Sie schmecken süß und werden vom Körper ungenutzt wieder ausgeschieden. Doch Produkte, in denen statt Zucker Süßstoff eingesetzt wird, unterscheiden sich geschmacklich sehr von ihrem kalorienhaltigen Vorbild. Einige Stoffe hinterlassen gar einen bitter-metallischen Nachgeschmack und stimulieren sogar den Appetit. Glücklich machen Süßstoffe auch nicht, und Allergien sind bei empfindlichen Menschen auch nicht auszuschließen.

Ihr eindeutiger Vorteil liegt darin, dass sie energiearm sind, für Diabetiker geeignet und nicht karieserzeugend sind.

Die verschiedenen Süßstoffe sind von der WHO-Weltgesundheitsorganisation auf ihre gesundheitsschädigende-speziell krebserregende und fruchtschädigende- Wirkung untersucht worden. Aus diesen Untersuchungen ist eine Höchstdosis für die Einnahme errechnet worden, die aus gesundheitlichen Gründen nicht überschritten werden darf. Zum Süßen von Baby- und Kleinkinderkost sollten Süßstoffe nicht verwendet werden.

Der Süßstoff Aspartam (E951) geriet immer wieder unter Verdacht, die Entstehung von Krebserkrankungen zu unterstützen. 2005 wurde ein Studie veröffentlicht, die einen solchen Zusammenhang nahelegt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stuft den Süßstoff aber weiterhin als unbedenklich ein.
Aspartam ist ein chemisch-synthetisch, gentechnisch hergestellter, intensiver Süßstoff. Ein Süßstoff, der vom Körper ganz natürlich abgebaut wird, denn es besteht aus den Eiweißbausteinen Phenylalanin und Asparaginsäure. Alle diese Bestandteile finden sich in vielen Lebensmitteln wie z.B. Milch, Fleisch, Gemüse, Fruchtsäfte, usw..Es wird zum Teil behauptet, dass es beim Abbau vom Aspartam im Körper zu einer metabolischen Azidose (*1) und Neurotoxikose (*2) kommen kann.
Außerdem sollte Aspartam nicht von Personen aufgenommen werden, die an der Eiweiß-Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie leiden, da sie das Eiweiß Phenylalanin nicht abbauen können. Es kann durch eine Anreicherung dieser Aminosäure (*3) zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Deshalb müssen solche Lebensmittel den Aufdruck tragen: “enthält eine Phenylalaninquelle”.

Cyclamat (E952) ist seit 1969 in den USA verboten. Im Tierversuch zeigten sich Hinweise auf eine krebserregende Wirkung. Allerdings sind die Studien umstritten und in anderen Studien konnten die Ergebnisse nicht bestätigt werden. Laut Beschluss der EU von 1991 ist Cyclamat für bestimmte Lebensmittel europaweit zugelassen worden. Dadurch sind auch Verbote in Großbritannien und Frankreich hinfällig.

In Fütterungsversuchen an Ratten ergaben sich auch Hinweise, wonach Saccharin (E954) an der Entstehung von Blasenkrebs beteiligt sein könnte. Aber auch hier konnten nachfolgende Untersuchungen keinen Beweis dafür erbringen.

Aufgrund der unsicheren Datenlage hat die WHO die bereits erwähnten Höchstmengen für Süßstoffe errechnet, die auf keinen Fall überschritten werden sollten.

Zuckeraustauschstoffe haben in etwa halb so viele Kalorien wie Haushaltszucker. Da sie nur sehr langsam ins Blut aufgenommen werden, haben sie kaum eine Auswirkung auf den Blutzucker- und Insulinspiegel, gelangen aber dadurch auch in die unteren Dünndarmabschnitte und verursachen in größeren Mengen Blähungen und Durchfall.
Obwohl Zuckeraustauschstoffe diese “Nebenwirkungen” haben, gelten für sie keine Höchstmengenbegrenzungen.
Die meisten Zuckeraustauschstoffe sind auch zum Backen geeignet, da sie hitzestabil sind und haben auch keine zahnschädigende Wirkung.

 
*1 metabolische Azidose = Übersäuerung des Blutes und des Körpers
*2 Neurotoxikose = Die Schädigung des Nervensystems durch sogenannte endogene Gifte
*3 Aminosäuren = Bausteine der Eiweißstoffe (=Proteine)